Forschung für die psychotherapeutische Praxis
iptas ist Teil des interdisziplinären Forschungsverbunds Netzwerk Innovation in der Psychotherapie (NIPS). In diesem Verbund arbeiten Hochschulen, klinische Praxis und Technologieunternehmen gemeinsam an der wissenschaftlichen Prüfung digitaler und KI-gestützter Innovationen in der Psychotherapie. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf praxisnahen Assistenzsystemen.
Ziel ist es, systematisch zu untersuchen, welchen Beitrag diese Innovationen zur Qualität und Transparenz psychotherapeutischer Versorgung leisten und wo ihre Grenzen liegen.

Forschungsbedarf bei KI-gestützter Assistenz
in der Psychotherapie
- Positive Effekte digitaler Assistenz auf Therapiequalität unzureichend erforscht
- Grenzen und unerwünschte Effekte zu wenig untersucht
- Determinanten von Akzeptanz und Nutzung unzureichend geklärt
Forschungsthemen im Forschungsverbund NIPS
Die wissenschaftliche Prüfung digitaler und KI-gestützter Assistenzsysteme erfordert eine differenzierte Betrachtung konkreter Anwendungsbereiche. Während erste Studien auf Potenziale hinweisen, sind zentrale Fragen zur Qualität, Sicherheit, Akzeptanz und Einbettung in psychotherapeutische Prozesse bislang nur unzureichend geklärt.
Vor diesem Hintergrund adressiert der Forschungsverbund NIPS ausgewählte Fragestellungen entlang zentraler Einsatzfelder. Die folgenden Forschungsthemen bilden den Rahmen, in dem digitale Assistenzsysteme systematisch untersucht, ihre Grenzen reflektiert und ihre Bedeutung für Praxis, Ausbildung und Versorgung analysiert werden.
Eine Mitarbeit an diesen oder weiteren thematisch anschlussfähigen Fragestellungen ist im Rahmen von Abschlussarbeiten (Bachelor und Master) sowie Promotionen auf Anfrage möglich.

Evaluation KI-gestützter Therapiedokumentation mit Feedbacksystem
In diesem Forschungsmodul wird eine KI-gestützte Dokumentations- und Berichterstellung untersucht, die in der psychotherapeutischen Praxis eingesetzt wird. Im Mittelpunkt steht die Analyse der integrierten Qualitätssicherung sowohl in fachlicher als auch in regulatorischer Hinsicht.
Ein zentrales Element des Systems ist ein KI-gestützter Dialog, der gezielt auf potenziell fehlende oder unvollständige Informationen hinweist, die für eine qualitativ hochwertige Therapiedokumentation relevant sind. Dadurch können Therapeuten prüfen, ob diese Inhalte ergänzt und gegebenenfalls in der folgenden Sitzung gezielt berücksichtigt werden sollten.
Die Evaluation erfolgt im Rahmen einer randomisiert kontrollierten Studie. Untersucht wird, ob der Einsatz des Systems im Vergleich zur Standarddokumentation die Qualität der Therapiedokumentation verbessert, den Kompetenzerwerb angehender Psychotherapeuten unterstützt und sich auf klinische Behandlungsergebnisse auswirkt.

Evaluation eines digitalen transdiagnostischen 10-Phasen-Assistenzsystems („digitaler Co-Pilot“)
In diesem Forschungsmodul wird ein digitales Assistenzsystem untersucht, das den psychotherapeutischen Behandlungsprozess von der ersten Sitzung bis zum Therapieende in zehn aufeinander aufbauende Phasen strukturiert. Für jede Phase werden evidenzbasierte Therapietechniken über Checklisten zugänglich gemacht, die aus dem aktuellen Forschungsstand abgeleitet sind.
Das Assistenzsystem unterstützt Psychotherapeuten dabei, den roten Faden individueller Therapieverläufe systematisch nachzuvollziehen. Es hilft, aus der Vielzahl verfügbarer Forschungserkenntnisse geeignete, qualitätsgeprüfte Interventionen auszuwählen und diese konsistent und begründet miteinander zu kombinieren.
Die Evaluation erfolgt im Rahmen einer randomisiert kontrollierten Studie. Untersucht wird, ob der Einsatz des digitalen transdiagnostischen 10-Phasen-Assistenzsystems im Vergleich zu Treatment-as-usual die Qualität des Therapieprozesses verbessert, den Kompetenzerwerb angehender Psychotherapeuten unterstützt und sich auf klinische Behandlungsergebnisse auswirkt..

Eigene Forschungsfrage einbringen?
Die hier dargestellten Forschungsprojekte bilden zentrale Schwerpunkte des Forschungsverbunds NIPS. Zugleich verstehen wir Forschung als offenen, dialogischen Prozess. Daher sind wir ausdrücklich offen für weitere Fragestellungen, die inhaltlich anschlussfähig sind und einen Mehrwert für psychotherapeutische Praxis, Ausbildung oder Versorgung leisten.
Wenn Sie eine eigene Forschungsidee, ein konkretes Studiendesign oder Interesse an einer gemeinsamen Weiterentwicklung bestehender Ansätze haben, freuen wir uns über den Austausch. Gerne prüfen wir gemeinsam, ob und wie sich Ihre Fragestellung sinnvoll in den Forschungsrahmen des NIPS integrieren lässt.
Wissenschaftlicher Beirat
Der wissenschaftliche Beirat begleitet die Arbeit von iptas fachlich und unabhängig. Er bringt ausgewiesene Expertise aus Psychiatrie, Psychotherapie und Versorgungsrealität ein und unterstützt die kritische Reflexion von Forschungsfragen, Studiendesigns und Einordnung der Ergebnisse. Ziel ist es, wissenschaftliche Qualität, Praxisnähe und verantwortungsvolle Weiterentwicklung dauerhaft sicherzustellen.

Prof. Dr. Michael Witthöft
Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Ruhr-Universität Bochum Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ) Klinische Psychologie und Psychotherapie.
Prof. Dr. Dr. Matthias M. Müller
Professor für Psychiatrie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Medizinische Geschäftsführer (CMO) der Curamed Klinikgruppe.
Prof. Dr. Frank PetrakProf. Dr. Frank Petrak
Gründer und Geschäftsführer (CEO)
iptas INNOVATIONS GmbH & Zentrum für Psychotherapie Wiesbaden MVZ GmbH (ZPW)
Über 20 Jahre Erfahrung in Forschung, klinischer Praxis und Unternehmensführung
Prof. Dr. Petrak vereint eine seltene 360°-Expertise: Als universitärer Forschungsleiter (über 130 wissenschaftliche Publikationen), niedergelassener Psychotherapeut, VT-Ausbilder, Supervisor, KV-Gutachter und
Gründer eines Medizinischen Versorgungs-zentrums (MVZ) kennt er sowohl die wissenschaftlichen Potenziale als auch die praktischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Psychotherapie. Seine visionäre Innovationskraft bildet das Fundament für iptas – eine Plattform, die Forschung, Praxis und Technologie nahtlos verbindet.
Forschungskooperationen bringen uns weiter
iptas eröffnet vielfältige Anknüpfungspunkte für interdisziplinäre Forschung: an der Schnittstelle von Psychotherapieforschung und künstlicher Intelligenz und bei der Evaluation innovativer Ausbildungskonzepte.
Wir kooperieren intensiv mit Universitäten und bauen unser Netzwerk weiter aus.
iptas INNOVATIONS GmbH
